Unser Konzept in Kürze

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Lernen.

Beobachten.Begreifen.BewusstWerden.

 
 

Kurzkonzept der BildungsRaumSchule

                             frei + demokratisch + inklusiv

                                                                                                reformpädagogische  Ersatzschule

Vorbemerkung

Lernen an der BildungsRaumSchule bedeutet Lernen in einer demokratische Schulkultur, eigenverantwortliches Handeln, angstfreies, selbst bestimmtes Lernen auf Augenhöhe und ‘mitwachsende’ inklusive Konzeptionen.

Das Konzept und dieses Leitbild ist kein festgeschriebener Wegweiser, auf dem steht, wo es lang geht und wohin der Weg genau führt. Es ist eher vergleichbar mit einer Orientierungstafel. Lebendig wird es erst durch die Arbeit der Beteiligten. Sie werden ihre ganz persönlichen Wege bei der Umsetzung finden, dabei sich, die Schule, das Konzept verändern und bereichern.

Unser Ziel auf diesen Seiten ist es jedoch den Umgang mit Freiheit, Demokratie und Inklusion an der Freien Schule BildungsRaum Schaumburg differenziert zu betrachten und die Pädagogik, die Lernverfahren und die Unterrichtsorganisation beschreiben. Wir begeben uns hiermit in eine neue Etappe des Einlassens auf Lebens- und Lernprozessen mit Kindern und Jugendlichen und stellen uns offen den kommenden Erfahrungen.

Der Wissenschaftler Prof. Ulrich Beck hat den Satz geprägt, dass jeder Mensch in Zukunft zum "Planungsbüro für sein eigenes Leben" werden muss, wenn er in unserer Gesellschaft bestehen und sie mitgestalten will. Dafür wollen wir mit einer Pädagogik der Freiheit, der Demokratie und der Inklusion die Voraussetzungen schaffen.

 

Unser pädagogisches Menschenbild und Bildungsverständnis

Diese beruhen nicht nur auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ansätzen von Maria Montessori, Magaluzzi  (Reggio Pädagogik), Emmi Pikler  und Rebecca Wilde, sondern vor allem auf gemeinsamen Überzeugungen und Zielen für unsere pädagogische Arbeit nach den Grundsätzen frei, demokratisch und inklusiv.

•  Jedes Kind hat das Recht auf Achtung seiner Würde und darauf, dass es angenommen wird. Aus der Tatsache, dass die Anlagen jedes einzelnen Kindes und seine Umgebung niemals völlig identisch mit denen anderer Kinder sind, folgt: jeder Mensch ist einzigartig auf der Welt. Daraus leiten wir ab, dass an unserer Schule jedes Kind eine individuelle Förderung erhält. Grundsatz unseres Verständnis von Inklusion ist der Leitsatz:

ALLE !! sind anders.

Inklusion bedeutet für uns jeden Menschen als besonders und einzigartig anzusehen!

•  Jedes Kind ist fähig zur Bildung, aber auch angewiesen darauf, weil Bildung eine wesentliche Voraus-setzung für die Entfaltung der Persönlichkeit ist.

•  Bildung kann man nicht planmäßig produzieren, weil Bildung kein passiver,  sondern ein aktiver selbst-tätiger Prozess ist.

•  Bildung setzt eine vorbereitete Umgebung und Räume voraus, in der Kinder anderen Menschen auf Augenhöhe begegnen und sich mit vielfältigen Lerngegenständen auseinandersetzen können.

•  Bildung ist nach unserem Verständnis nur als ganzheitlicher Entwicklungsprozess möglich, der sich auf den Verstand, die Psyche und den Körper des Menschen bezieht.

•  Schulische Bildung hat unter anderem die Aufgabe,  Kindern ein Übungsfeld  für den Umgang mit Freiheit und Demokratie zu bieten.

•  Freiheit allein macht Kinder nicht glücklich, denn ebenso wie Freiheit  brauchen sie auch Geborgenheit.

•  Kinder sind produktiv, kreativ, neugierig und phantasievoll. Diese Fähigkeiten gilt es zu erhalten und zu fördern.        

 

Pädagogik der Freiheit und Demokratie

Freiheit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entwicklung von Kindern. Kinder, die Freiräume haben, können ihre Phantasie, ihre Produktivität, ihre Kreativität und ihre Lernbereitschaft besser entfalten. Das Maß an Freiheiten, die Kinder und Jugendliche an der BildungsRaum Schule haben, unterscheidet sich von den staatlichen Regelschulen. Für diese Freiheiten gibt es viele Felder an der Freien BildungsRaumSchule:

Nehme ich teil oder nicht? - Unterricht als differenziertes Angebot!

An unserer Schule müssen die Kinder verbindlich am Unterricht teilnehmen. Ebenfalls verbindlich ist die Teilnahme an der täglichen Morgenrunde und an der Abschlußrunde. Unterricht heißt aber auch, dass die Kinder zwischen verschiedenen Angeboten der MitarbeiterInnen wählen oder eigenen Interessen wie zum Beispiel Lesen oder Spielen nachgehen können.

Mit der Entscheidung, eine gemeinsame Lernzeit und die Teilnahme an der Morgen- runde verpflichtend zu machen, haben wir die Konsequenz aus vorhandenen Erfahrungen gezogen, dass viele Kinder mit der Freiheit, ganz allein über die Teilnahme am Unterricht zu entscheiden, überfordert waren. Wir möchten den SchülerInnen also zunächst ein Stück Verantwortung für ihren Lernprozess abnehmen und sie dadurch entlasten.

Die Freiheit auch mit den Erwachsenen wichtige Angelegenheiten demokratisch auszuhandeln

Diese Freiheit ist für Kinder und Erwachsene an unserer Schule ganz besonders bedeutsam. Würde man sie abschaffen, hätte das zur Folge, dass sie ein wichtiges Merkmal ihrer besonderen Schulqualität einbüßen würde, weil diese Aushandlungsprozesse grundlegend für die Demokratie an unserer Schule sind. Ausgehandelt werden Inhalte für den Unterricht, die Regeln für das Zusammenleben

in der Schule, die Rechte von Mädchen gegenüber Jungen und umgekehrt und viele andere Fragen, die um Gerechtigkeit kreisen. Aushandlungs-prozesse finden auch zwischen den Kindern statt. Ausgehandelt werden die Zeit über die Benutzung von Spielgeräten oder die Regeln für freies Spielen, die Zuständigkeiten für Tätigkeiten wie Putzen, Aufräumen und vieles andere mehr. Zum demokratischen Alltag des Handels gehören als zentrales Element eine Schulversammlung sowie Klärungskreise im Sinne der Mediation aus SchülerInnnen und LernbegleiterInnen.

Die Freiheit spontanen Handelns

Die Möglichkeit für spontanes Handeln ist nach unserem Verständnis wichtig für kindliche Lernprozesse. Die Spontaneität von Kindern ist Ausdruck von Phantasie und Lebensfreude. Die Kinder an unserer Schule können die Freiheit spontanen Handels genießen. Aus spontanem Handeln entstehen häufig Anlässe für selbst gesteuertes Lernen.

Bewegungsfreiheit

Die Erfahrungen mit Bewegung sind eine Vorstufe für abstraktes Denken. Die Strukturen der Intelligenz können nur durch konkrete Aktivität gebildet werden, und zwar unter Einbeziehung aller Sinne und größtmöglicher Bewegungsfreiheit. Eine freie Bewegungsentwicklung ist Voraussetzung für eine gesunde körperliche, psychische und geistige Entwicklung des Kindes. Auch das emotionale Gleichgewicht steht im Zusammenhang mit der motorischen Aktivität. Vor dem Hintergrund dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse ist es an unserer Schule ganz selbstverständlich, dass die Kinder viel Raum für Lernen in Bewegung haben, nicht nur im Freien Spiel sondern auch bei vielen anderen Lernaktivitäten.

Gegenseitiges Vertrauen als Voraussetzung für Freiheit

Die Kinder lernen nach und nach, Eigenverantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Dabei werden sie von den Erwachsenen unterstützt. Eine ständige Kontrolle der Kinder ist an unserer Schule weder erwünscht noch nötig. Viele Jahre der Erfahrung mit diesem Vertrauensvorschuss für die SchülerInnen bestärken die LehrerInnen in der Überzeugung, dass dieses Vertrauen nur selten missbraucht wird.

Die Freiheit, Räume mitgestalten zu können

Die Kinder an unserer Schule dürfen ihre Räume und das Schulgelände mitgestalten. Manche machen Gebrauch davon, andere nicht.

Die freie Wahl zwischen unterschiedlichen Angeboten

Diese Wahl gilt z.B. für parallel laufende Projekte, Arbeitsgemeinschaften oder Kurse.

Verantwortung für sich selbst und andere

Der Umgang mit den zuvor skizzierten Freiheiten bedarf immer wieder der Abstimmung zwischen den Kindern und mit den LehrerInnen. Die Abstimmung untereinander verlangt den Kindern und Jugendlichen ein gerütteltes Maß an Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft, Rücksichtnahme und Geduld ab. Hier kommt das Streben nach individueller Freiheit immer wieder auf den Prüfstand des sozialen Verhaltens, hier wird um Selbstbehauptung und Toleranz gerungen, um die Durchsetzung von Eigen- und Gruppeninteressen sowie nicht zuletzt um gegenseitigen Respekt.

Deshalb sprechen wird von einer Pädagogik der Freiheit und der Verantwortung sowie der Demokratie.

 

Freiheit und Grenzen, Respekt und Haltung

Spricht man im Zusammenhang mit Schulpädagogik von Freiheit, löst das bei vielen Menschen ein Bild von Unbegrenztheit aus nach dem Motto "Da macht doch jeder, was er will, das kann doch nicht gutgehen!"

In der Tat kann das nicht gutgehen, wie bei Eltern oder anderen Erwachsenen zu beobachten ist, die Freiheit mit Grenzenlosigkeit verwechseln und damit bei Kindern den Eindruck erwecken, sie könnten ohne jede Rücksichtnahme auf andere jederzeit tun und lassen, was wie wollen. Jedes soziale Gefüge bedarf klarer Grenzen und Regeln. Sie dienen dem Schutz aller und fördern das Gefühl von Vertrauen und Sicherheit.

Für Grenzsetzungen braucht man gemeinsame Regeln. Diese Regeln geben Halt und bieten den Rahmen, in dem Menschen sozial miteinander umgehen können. Die Regeln müssen klar und einforderbar sein.

Gegenseitiger Respekt zwischen Kindern und Erwachsenen

Liebe und Respekt, Haltung  und Augenhöhe sind ebenso wie Freiheit und Grenzen Begriffe, die in einem engen Zusammenhang miteinander stehen. Liebe, sei sie noch so tief empfunden und selbstlos, kann versauern, wenn es am nötigen Respekt fehlt. Das trifft natürlich auf jede liebevolle Beziehung zu, doch im Umgang mit Kindern ist es besonders wichtig, diese Zusammen-hänge zu erkennen und zu verstehen. Diesen Respekt können Kinder und Erwachsene an unserer Schule gleichermaßen für sich in Anspruch nehmen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Kinder und Erwachsene positiv miteinander auf Augenhöhe umgehen.

Mögliche Grundregeln unserer Schule

•  Nicht verletzten, weder körperlich noch mit Worten

•  Andere Kinder nicht bei ihrer Tätigkeit stören

•  Sorgfältig mit Lernmaterial und der Schuleinrichtung umgehen

•  Ordnung an den Arbeitsplätzen wieder herstellen

•  Was benutzt wird, wird zurückgebracht.

•  Alle Kinder beteiligen sich am Aufräumen / Reinigen der Schulräume

•  verbindliche Teilnahme an gemeinsamen Runden und Lernzeiten

Die genannten Grundregeln sind nicht beliebig veränderbar. Viele weitere Regeln, die das Zusammenleben in der Schule betreffen, können in der Morgenrunde oder bei anderen Treffen von Kindern und Erwachsenen verabredet und verändert werden.

Für die Einhaltung der Regeln sind Kinder und Erwachsene gemeinsam verantwortlich. Die Regeln werden gemäß unseres demokratischen Verständnisses gemeinsam festgelegt.

 

Pädagogik der Geborgenheit

Wir legen großen Wert darauf, dass die Kinder in der Schule Geborgenheit finden.Für das Entstehen von Geborgenheit sind folgende Voraussetzungen besonders förderlich:

Ein Klima von Nähe und Vertrautheit

Unsere Schule ist klein und überschaubar. Zwischen Kindern und Erwachsenen besteht an unserer Schule Nähe und Vertrautheit, die einen unkonventionell offenen Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern er-möglicht.

Die Kinder lernen in kleinen Gruppen mit einer festen Bezugsperson. In diesen

Gruppen lernen Kinder unterschiedlichen Alters gemeinsam und vonein-ander.

Regeln sind wichtig für Geborgenheit

Die gemeinsam erarbeiteten Regeln für das friedliche Zusammenleben in der Schule und das Eingreifen der LehrerInnen bei Regelverletzungen sind wichtig für das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit

 

Die vorbereitete Umgebung

Außengelände, Schulgebäude und Klassenräume sind so gestaltet, dass sie eine passende Umgebung für das aktive Kind bieten. Je nach Entwicklungs-stufe und eigenen Bedürfnissen rücken jeweils andere Angebote in das Blickfeld des Kindes. Ein möglicher Bestandteil der vorbereiteten Umgebung ist u.a. das Montessori Material, welches die geistige Entwicklung über manuelle Tätigkeit und Erfahrung mit den Sinnen ermöglicht. Darüber hinaus steht den Kindern Arbeitsmaterial zur Verfügung, das dem kindlichen Interesse angepasst und durch Erwachsene und Kinder selbst erweitert wird.

Dadurch, daß Arbeitsmaterial der verschiedensten Schwierigkeitsgrade vorhanden ist, gibt es für jedes Kind die Möglichkeit der “intellektuellen Wanderung”. Das Material in der Vorbereiteten Umgebung ist didaktisch so aufgebaut, daß dem Kind immer wieder Bekanntes begegnet, und daß es sich auch in anderen vorbereiteten Umgebungen schnell zurechtfindet.

Die Kinder lernen, sich in gemeinsamer Absprache (unterstützt von den LehrerInnen) an Regeln für die Ordnung in den Räumen und den Umgang mit dem Material zu halten.

Soweit nötig erklären die MitarbeiterInnen den Kindern die Benutzung des Materials.

Zur vorbereiteten Umgebung sind des weiteren in Planung das Naturkabinett mit technischen Geräten und Materialien für den Sachunterricht; der Schulgarten, eine Holzwerkstatt; die Küche und ein Bewegungsraum. Auch eine nahe gelegene Turnhalle ist zur Nutzung vorgesehen.

 

Lernen in vielfältigen Formen

Belehrung ermüdet und erzeugt träges Wissen, das schnell wieder vergessen wird und kaum reaktivierbar ist. An unserer Schule geht es nicht um Belehrung, sondern um die Ermöglichung aktiven Lernens und produktiven Denkens mit dem Ziel, dass die Kinder nicht nur Wissen erwerben, sondern auch Verstehen lernen.

Diese Art des Lernens ist durch folgende Merkmale charakterisiert:

Berücksichtigung der Interessen der Kinder

Soweit irgend möglich werden die Interessen der Kinder im Lerngeschehen berücksichtigt. Die Kinder können entsprechende Vorschläge machen. Die Erwachsenen beobachten sich entwickelnde Interessen der Kinder und können diese in Unterrichtsangeboten aufgreifen. Weitere Themen bringen die Erwachsenen ein, weil sie auf Grund ihrer Erfahrungen wissen, welche Lerninhalte wichtig und interessant für die Kinder sind.

Lernen durch eigenes Tun

An der Freien Schule BildungsRaum Schaumburg sollen solche Lernformen Vorrang haben, bei denen die Kinder sich eigenständig und möglichst auch handelnd Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten aneignen.

Gelernt wird mit allen Sinnen

Die Kinder machen zunächst einmal sinnliche Erfahrungen für sich allein. Erst im Austausch mit den Erlebnissen der Anderen und im Vergleich mit dem Ziel der Tätigkeiten werden die sinnlichen Erfahrungen zu bewussten Erlebnissen. Im Zusammenhang mit einem sinnhaften und sinnvollen Lernen ist es wichtig, dass der Lerngegenstand in einen Zusammenhang eingebettet und für das kindliche Leben relevant ist. Hierfür ist fächerübergreifender Unterricht, der nicht verschiedene Lernbereiche trennt, sehr förderlich.

Freiarbeit

In der Freiarbeit entscheiden die Kinder selbständig, woran sie arbeiten, ob sie allein arbeiten oder mit anderen zusammen. In ihrem Charakter kommt die Freiarbeit dem individuellen Leistungsstand und dem eigenen Arbeitsrhythmus der Kinder entgegen.

Das freie Entscheiden für eine bestimmte Aufgabe und deren Lösung fördert die Lernbereitschaft und das Lernverhalten. Auch über einen längeren Zeitraum können die Kinder sich mit dem gleichen Thema beschäftigen. Freies Arbeiten regt die Kinder an, eigene Initiativen und Interessen zu entwickeln und einzubringen. Sie lernen, Verantwortung für ihre Arbeit zu übernehmen, erproben und üben verschiedene Formen des Miteinander-Lernens.

Lernen in Projekten

Ebenso wie die Freiarbeit knüpft das Lernen in Projekten an den Erfahrungen der Kinder an und orientiert sich an ihren momentanen Interessen und Bedürfnissen. Es gibt aber auch Projekte zu Themen, die den Kindern neue Welten erschließen. Die Teilnahme an einem Projekt ist freiwillig, haben die Kinder aber ihre Mitarbeit zugesagt, dann ist die Teilnahme verbindlich.

Ein Projekt kann sich je nach Thema und Altersgruppe über einen kurzen Zeitraum bis hin zu einer längeren Zeitspanne erstrecken. Im Unterschied zur Freiarbeit, die das individuelle Lernen in besonderem Maß fördert, wird in Projekten stärker die Kooperation betont. Im Gruppenprojekt ergänzen sich die individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Kinder und entwickeln sich beim gemeinsamen Tun weiter. Durch fächerübergreifende Herangehensweise an den jeweiligen Gegenstand des Projekts können die Kinder Zusammenhänge erkennen und die Wirklichkeit in ihrer Komplexität erfahren. Künstlerische Darstellungen (Theater, Musik, Tanz, gegenständ-liches und bildliches Gestalten) können in Projekte integriert werden oder den Abschluss des Projekts bilden bzw. in eine Vorführung oder Ausstellung münden.

Aufsuchen außerschulischer Lernorte

Die Kinder besuchen Einrichtungen, die ihnen eine Erweiterung von Erfahrungen und Wissen bieten. Dazu zählen z.B. handwerkliche und andere Gewerbebetriebe, Bauernhöfe und öffentliche Einrichtungen (Feuerwehr, Rathaus, Museen, Polizei) Sehenswürdigkeiten, Naturschutzzentren oder Zeitungsredaktionen. Weitere Formen der Öffnung nach außen können sein: Beteiligung an Festen in den Ortschaften der Umgebung mit Aufführungen oder Informationsständen bzw. Vorführungen in Altersheimen usw. Zur Öffnung unserer Schule gehören aber auch Einladungen an interessante Menschen aus dem Kulturbereich, Menschen mit Reiseerfahrungen in fernen Ländern oder mit speziellem Wissen und die Kooperation mit der bundesweiten Initiative “ Haus der kleinen Forscher”.

Lernen mit Tages- und Wochenplänen

Für eigenverantwortliches Lernen kann der Arbeitsplan eine Hilfe für die Kinder sein, ihr Lernen selbst zu organisieren. Er wird gemeinsam von LehrerInnen und Kindern zunächst als Tagesplan, später dann auch als Wochenplan erstellt. Dadurch lernen die Kinder, Lehrer unabhängig ihre Arbeit zu kontrollieren und zielgerichtet zu handeln. Die LehrerInnen können sich weitgehend auf Hilfestellungen beschränken, wenn die Kinder Hilfe haben wollen und differenziert auf die einzelnen Kinder eingehen. Hausaufgaben in der ursprünglichen Form gibt es nicht.

Lernerfolge

An unserer Schule lautet ein wichtiger Grundsatz: Jedes Kind wird im Rahmen seiner individuellen Fähigkeiten gefördert. Das Lernen im Gleich-schritt halten wir für falsch. Denn manche Kinder brauchen etwas mehr Zeit und manche etwas weniger, um zum selben Ziel zu kommen.

 

Besondere Lernschwerpunkte

Die BildungsRaumSchule orientiert sich an den Unterrichtsinhalten der Lehrpläne für die staatlichen Schulen. Sie setzt aber auch besondere Lernschwerpunkte.

Lernen lernen

An der BildungsRaumSchule verstehen wir unter "Lernen lernen", dass die Kinder von Anfang an üben, ein Stück Selbstverantwortung für ihren eignen Lernprozess zu tragen. Das gilt für die Freiarbeit, in der sie sich für ein bestimmtes Material entscheiden, aber auch für die selbständige Wahl aus den Unterrichtsangeboten der Erwachsenen. Sie lernen, eine Aufgabe allein zu bewältigen oder mit anderen Kindern zusammen. Selbstverständlich zählt auch zum "Lernen lernen", nicht immer gleich die LehrerInnen zu fragen, sondern auch andere Informationsquellen zu benutzen. Auch das Sammeln von Lernprodukten gehört zum Lernen lernen.

Soziales Lernen

Wir bieten den Kindern unserer Schule die Chance, bewusst soziales Lernen zu üben und räumen dafür viel Zeit ein was aus unserer Sicht Konflikt- und Kritikfähigkeit sowie Toleranzbereitschaft fördert.

Die Kinder erfahren durch die BetreuerInnen Unterstützung in Konflikt-situationen. Bei Bedarf können die SchülerInnen eine Kinderversammlung einberufen, in der sie Alltagsdemokratie praktizieren. Eine weitere Gelegenheit für die Mitbestimmung ist der tägliche Morgenkreis.

Achtung vor der Umwelt durch Erleben lernen

Ökologie ist das Wechselverhältnis des Menschen mit seiner Umwelt. Ökologie folgt einem universellen Gesetz, das sich in allem Leben widerspiegelt. Ökologisches Bewußtsein ist die Ethik vom Umgang des Menschen mit dem Leben: mit anderen Menschen, mit Flora und Fauna.

Verantwortung für die Umwelt ist lernbar. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass Kinder nicht nur über Wissen zu ökologischen Zusammenhängen verfügen, sondern Liebe zur Natur entwickeln. Die Kinder können in der ländlichen Umgebung unseres Schulhauses eine Beziehung mit der Natur aufbauen. Sie haben Gelegenheit, in einem Garten zu arbeiten, Beobachtungen in der freien Natur anzustellen, Bauernhöfe zu besuchen und auf Exkursionen ökologische Lernorte aufzusuchen. Daraus kann sich in ersten Ansätzen ein öko-ethisches Bewusstsein entwickeln sowie die Liebe zur Natur und die Achtung vor ihr wachsen. Erst nach dem Erleben folgt auch die rationale Auseinandersetzung mit ökologischen Themen.

 

Kindgerechte Entwicklungs- und Leistungsbeschreibungen

Gespräche und Jahresbriefe

An unserer Schule muß kein Kind Angst vor schlechten Noten oder Sitzenbleiben haben, weil zu unserem Konzept ein anderes Verständnis von Entwicklungs- und Leistungsbeschreibung gehört. Wenn die Kinder Rückmeldungen zu ihrem Lernprozeß haben wollen, teilen wir ihnen in den jeweiligen Situationen mit, welche Lernfortschritte sie gemacht haben und was es noch zu lernen gibt. Im LehrerInnenteam wird regelmäßig das Lernver- halten der Kinder erörtert.

Den Eltern werden regelmäßige Elternabende, Einzelgespräche und Hospitationen ermöglicht, damit sie Einblick in die Arbeit der Schule bekommen und sehen können, was die Kinder leisten. Einmal im Jahr erhalten die Kinder einen an sie gerichteten Brief, in dem dargestellt wird, welche Aktivitäten die Gruppe unternommen hat und welche das einzelne Kind. Auch auf die persönliche und soziale Entwicklung wird in diesem Jahresbrief eingegangen. Bei Schulwechsel erhalten die Eltern und die aufnehmende Schule einen Lern- und Entwicklungsbericht.

 

Selbstverständnis und Aufgaben der LernbegleiterInnen

An unserer Schule arbeiten LehrerInnen, die die staatliche Lehrerausbildung und das zweite Staatsexamen abgeschlossen haben oder über eine gleichwertige Ausbildung verfügen. Sie sind sehr engagiert und kompetent. Zusätzlich arbeiten MitarbeiterInnen mit anderem beruflichen Hintergrund mit, um das Lernangebot zu bereichern. Die LernbegleiterInnen begleiten und fördern die Kinder bei ihrer individuellen und sozialen Entwicklung. Sie lassen die Kinder verschiedene Lernwege beschreiten oder zeigen ihnen neue Lernwege auf. Sie bemühen sich jedes Kind anzunehmen und ihm mit Zuneigung und Respekt zu begegnen.

Die wichtigsten Aufgaben der LehrerInnen sind folgende:

•      Sie schaffen die vorbereitete Umgebung.

•      Sie helfen den Kindern beim Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und  Fertigkeiten.

•      Sie bereiten Lernangebote vor.

•      Sie vermitteln oder schlichten bei Konflikten.

•      Sie üben Zurückhaltung bei Bewertungen und ermutigen die Kinder zur Selbsteinschätzung.

•      Sie dokumentieren die Arbeit der Kinder, geben den Kindern Rückmeldungen und verfassen die                     Jahresbriefe an die Kinder.

•      Sie nehmen verbindlich an der Supervision teil und besuchen regelmäßig Fortbildungen.

•      Sie führen Gespräche mit den Eltern und informieren sie über das schulische Geschehen.

•      Sie wirken bei der Aufnahme von Kindern mit.

 

Weitere Informationen

Gruppenstruktur und Gruppengröße

Unsere koedukative Schule ist Lebens- und Lernraum für Kinder ab dem Grundschulalter. Die Kinder lernen in kleinen jahrgangsübergreifenden Gruppen. Noch ist die Zahl der SchülerInnen an unsere Schule klein, sie soll aber nach und nach erhöht werden. Wir wollen starten mit den Klassen 2-8, also mit der Grundschule und der Sekundarstufe I einer Oberschule.

Aufnahme von Kindern

Die Aufnahme eines Kindes erfolgt auf Antrag der Eltern. Voraussetzung für die Aufnahme des Kindes ist die Bereitschaft der Eltern, das Konzept der Schule als Basis für die Kooperation zwischen Elternhaus und Schule zu akzeptieren, sich mit der besonderen Pädagogik unserer Schule zu befassen und die Bedingungen des Vertrages zwischen der Schule und den Eltern zu akzeptieren. Es finden hierzu Aufnahmegespräche und Hospitationen statt.

Inklusion

In unserer Schule können grundsätzlich SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf “beschult” werden. LehrerInnen und Eltern stimmen miteinander ab, ob eine Inklusion im jeweiligen Fall möglich ist und schaffen gemeinsam die erforderlichen Voraussetzungen.

Abschlüsse

Der Abschluss der Primarstufe, also nach der 4. Klasse, zur weiteren schulischen Ausbildung an jeder staatlichen wie nicht staatlichen Schule ist gegeben. Der Sekundarbereich bereitet auf die gewünschten Abschlüsse zum Ende der 10. Klasse dahingehend vor, dass die SchülerInnen zunächst selber festlegen, welchen Abschluss sie anstreben wollen: den Sekundaranschluss I - Hauptschule, Sekundarabschluss I - Realschule oder den erweiterten Sekundarabschluss I zum anschließenden Besuch einer staatlichen Oberschule/Gymnasium, um dort ihr Abitur zu machen.  Je nach Entscheidung wird auf die entsprechenden, durch die staatlichen Anforderungsprofile geforderten  Voraussetzungen gemeinsam hin gearbeitet, unterstützt und gefördert werden. Die Abschlüsse selber werden dann extern durch Prüfungen an staatlichen Schulen erfolgen.